Cannes – Klappe, die zweite

Bemerkenswertes

Herbstzeit – Erntezeit? Diesesmal kam der Anruf aus Lissabon. Erneut haben wir für eine historische Dokumentation einen „Delphin“ beim „Cannes Corporate Media & TV Festival“ gewonnen. Heuer in der Sparte „Dokudrama“ für den 90minütigen Film „Das Jahr ohne Sommer“, eine bewegende Geschichte über die Begründung des Cannstatter Volksfestes vor über 200 Jahren. Juhuuuuu… Als verantwortlicher Redakteur danke ich dem Team von AV Medien ganz herzlich, das diesen Film für den SWR als Auftragsproduktion hergestellt hat.

Ein schöner Abschluss für mich in meiner beruflichen Karriere. Rente? Nicht ganz, derzeit beginnen die Dreharbeiten für einen weiteren historischen 90er. Es geht um die „Unbekannten Helden“, also die fast vergessenen Widerständler am Ende des Zweiten Weltkrieges. Ein ganz und gar unglaublicher Stoff. Und garantiert wieder Delphin-verdächtig.

Stunde der Wahrheit

Bemerkenswertes, Stuttgart

Premiere

Morgen Abend ist es soweit: das 90-Minuten Dokudrama „Das Jahr ohne Sommer – wie das Cannstatter Volksfest entstand“ ist endlich im Fernsehen zu sehen (20:15 Uhr im SWR Fernsehen). Diese Woche am Mittwoch war Premiere – im renommierten Metropol-Theater in der Stuttgarter Innenstadt. 600 Premieren-Gäste aus Politik, Wirtschaft und aus der Medienlandschaft, dazu viele Statisten und Unterstützer des Projekts, roter Teppich, ein „Königspaar“ in historischen Kostümen. Viel Augenfutter also – und für viele Zuschauer ein Film mit jeder Menge AHA-Erlebnissen. Die grüne Landtagspräsidentin Muhtarem Aras postete hinterher auf Instagram:“Unbedingt sehen!“. Dankeschön.

Ich bin mächtig gespannt, wie das Fernsehpublikum auf die durchaus harte Kost reagiert: Vulkanausbruch, Wetterkatastrophe, Hungersnot und Auswanderung. Und dann – als „Zeichen der Hoffnung“ – das erste Cannstatter Volksfest.Beeindruckende Bilder, tolle Hauptdarsteller und fast 200 großartige Komparsen.

Danke allen, die an diesem Film mitgewirkt haben. HIER ein kleiner Vorgeschmack – das „making of…“

Und hier ist der komplette Film zu sehen.
https://swrmediathek.de/player.htm?show=22cffb02-bda1-11e8-b070-005056a12b4c

Das Jahr ohne Sommer

Bemerkenswertes

Eigentlich verdiene ich meine Brötchen mit ganz anderen TV-Formaten: Reisereportagen und Dokumentationen sind mein Metier. Aber jetzt hat mich schon wieder ein historischer Stoff gepackt. Nach dem 5-Teiler „Sagenhafter Südwesten“ geht es in diesem Jahr um eine unglaublich dramatische Etappe der württembergischen Geschichte. Im September 2018 wird das Cannstatter Volksfest – neben dem Oktoberfest in München das zweitgrösste Volksfest der Welt – 200 Jahre alt. Wie es zum Fest überhaupt gekommen ist, das wissen nicht mehr viele. Schon gar nicht die vielen hunderttausend Kids, die sich auf dem Wasen in Dirndl und Lederhosen allherbstlich die Kanne geben und Party feiern.

Gehen wir also mal 200 Jahre zurück – genauer: 203 Jahre. Im April 1815 fliegt in Indonesien der Vulkan Tambora in die Luft. Ein Jahr später erlebt Mitteleuropa das „Jahr ohne Sommer“. Während in Wien der Kongress tanzt, krepieren die gebeutelten Bauern in Württemberg. Es regnet und schneit einen Sommer lang – Weltuntergangsstimmung. Als der „dicke Friedrich“ stirbt (ausgerechnet an einer Lungenentzündung, verursacht durch die Wetterkatastrophe), beginnt die Regentschaft von Wilhelm I und seiner russischen Frau Katharina, einer Zarentochter. Als „Zeichen der Hoffnung“ stiftet Wilhelm das landwirtschaftliche Fest zu Cannstatt. Es soll nicht die einzige fortschrittliche Tat des Paares werden: Suppenküchen, Mädchenschulen, Sparkassen, Hospitäler und die Gründung der Universität Hohenheim werden folgen.

Die Geschichts-Doku ist also eine Zeitreise ins frühe 19. Jahrhundert, macht aber immer wieder auch Sprünge in die Jetztzeit. Wie ist die Situation der Bauern heute? Wie sieht Carl Herzog von Württemberg die Rolle seiner Vorfahren? Wie hat sich das Cannstatter Volksfest bis heute verändert?

Das Drehbuch hat fast 300 Positionen, die ersten Drehs sind abgeschlossen, die Massenszenen werden noch folgen. Und dann geht es monatelang in den Schnitt. Am 19. September muss der Film fertig sein, dann ist große Premiere im Stuttgarter „Metropol“.

Es werden also spannende Monate kommen…