Ich, Felder !

Bisher war mir der Nachname Felder eigentlich nur aus dem Skisport und aus der Protestszene ein Begriff. Andreas Felder war einmal einer der besten österreichischen Skispringer und mehrfacher Medaillengewinner.Thomas Felder hingegen ist ein Songpoet, stammt von der Schwäbischen Alb und hat ab den 70 Jahren auf ziemlich allen Protestfestivals seine Klampfe geschlagen (und ist übrigens der Papa der begabten Johanna Zeul). Seit letzter Woche kommt nun noch ein Felder dazu, der seine Namensvettern bei weitem in die Tasche steckt – Franz Michael Felder aus Schoppernau in Vorarlberg. In der Ahnengalerie bedeutender Vorarlberger gebührt ihm gewiss ein Spitzenplatz – was angesichts … Ich, Felder ! weiterlesen

Gelobtes Land

Drei Landschaften gibt es in Baden-Württemberg, da macht mein Herz schon bei der Anreise Luftsprünge: die Schwäbische Alb mit dem Donautal, der Hegau am Rande des Bodensees – und natürlich Oberschwaben. Diese fette Hügellandschaft, die Alpen irgendwo immer im Hintergrund, diese netten Kleinstädte, diese wundervollen Radstrecken, Badeseen an jeder Ecke, diese gute Gastronomie – und Barock bis zum Abwinken. Auf den ersten Blick wirkt die Gegend ziemlich bigott – andererseits ist hier der erste deutsche Bürgermeister gewählt worden, der von den Grünen kam. Und Wunderheiler haben in dieser katholischen Landschaft natürlich noch immer gute Konjunktur. Gelobtes Land weiterlesen

See-Prozession

Auf dem spiegelglatten Zeller See ist ein Ruderboot unterwegs – still, fast andächtig. Diese Fahrt zwischen Moos auf der Höri und Radolfzell führt genau auf der Strecke der Wasserprozession, die jedes Jahr am dritten Julimontag stattfindet.Sie geht auf ein Gelübde nach einer Viehseuche im Jahr 1797 zurück.Seitdem fahren die frommen Menschen der Halbinsel Höri in geschmückten Booten zum Dankgottdesdienst für St. Theopont, St. Senesius und St. Zeno nach Radolfzell. See-Prozession weiterlesen

Sommer-Blüten

Schande über mich ! Bis vor einigen Woche hatte ich nichts, reingaaaarnichts, von dieser Band gehört. Wie konnte das nur passieren. Beim „Southside“-Festival in der schwäbischen Provinz auf dem ehemaligen Flugplatz in Neuhausen bei Tuttlingen sind sie mir zum ersten Mal in die Quere gekommen. Nicht Livehaftig, dazu ist mir ein OpenAir mit 50 000 entrückten Headbangern etwas zu stressig, sondern in einem Mitschnitt bei der SWR-Jugendwelle „Das Ding“. Florence + the machine – das ist meine persönliche musikalische Entdeckung dieses Sommers. Wow ! WOOOOOOOOOOWWWW ! Ich bin begeistert, restlos. Und hab mir gleich ein Ticket gekauft für das Konzert … Sommer-Blüten weiterlesen

Rummelsee

Das „blaue Handtuch im schwarzen Wald“, so wird der Titisee im Hochschwarzwald schwärmerisch genannt. Früher war es hier wahrscheinlich auch mal ganz nett. Heute ist der Rummel am kleinen See eher ein rotes Tuch für denjenigen, der etwas Natur genießen will. Die Uferpromenade ist eine Rennbahn für Reisegruppen aus aller Welt, die Qualität der angebotenen Schwarzwald-Devotionalien hat, sagen wir mal, LIDL-Charakter, ohne jetzt dem Billigdiscounter zu nahe treten zu wollen. Rummelsee weiterlesen

Ein Stuhl ist ein Stuhl

Manchmal braucht es eine mittlere Katastrophe wie einen Großbrand, damit etwas völlig Neues, Visonäres entstehen kann. Und einen klugen Kopf dahinter, der die Tragödie als Chance zum Aufbruch, zum Neubeginn begreift. In Weil am Rhein sind beide Umstände zusammengekommen – daraus wurde der Vitra Campus, eine faszinierende Symbiose von Design und Architektur, gegründet ursprünglich auf der Herstellung von Büromöbeln und auf den Ideen eines Mannes namens Rolf Fehlbaum. “Ich beobachte die Architektur, weil ich sie liebe. Als wir als mittelständisches Unternehmen anfingen, grosse Architekten zu engagieren, war das sehr ungewöhnlich, galt aber bald als clevere Marketingidee. Heute weiss man, wie … Ein Stuhl ist ein Stuhl weiterlesen

Fuffzig

An Pfingsten ist nicht nur der Heilige Geist auf die Erde niedergefahren, an Pfingsten ist auch alljährlich das Treffen der alten Jugendclique in einem Gartengrundstück nahe der Geburtsstadt (ich war schon einige Jahre nicht mehr dabei, weil sich Gespräche und Erinnerungen immer im Kreis drehen und regelmäßig den alten Drogen gefrönt und das Ganze damit ziemlich verklärt-nostalgisch, redundant und langweilig wird), an Pfingsten besucht man auch die verbliebene Familie, in diesem Fall das Mütterchen, das erst neulich den 90sten feiern durfte. Und an Pfingsten in diesem Jahr habe ich die 50 geknackt. Nicht altersmäßig, da bin ich schon mit aller … Fuffzig weiterlesen