Boomtown, 2. Teil

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Irgendwie sind die Iren doch ganz schön fortschrittlich: das überwältigende „Tá“ zur Homo-Ehe ist ein deutliches Signal, vor allem eines in Richtung katholische Kirche. Fortschrittsgäubig, so lässt sich am ehesten die Wirtschaft in Irland bezeichnen. Zumindest bis zum großen Crash im Jahr 2008 – der „irische Tiger“ lag über Nacht platt am Boden.Schlendert man heute durch Dublin, so fällt auf, dass fast die Hälfte der im Boom gebauten Bürogebäude nach wie vor leer stehen, etliche private Stadthäuser stehen immer noch zum Verkauf. Von den Folgen der damaligen Immobilienblase spürt man in den Docklands nichts. Grand Canal Dock ist das Zentrum eines neuen Booms. Die Europazentrale von Google sitzt dort, Facebook natürlich auch, Microsoft und Twitter – dem laxen Datenschutz auf der Insel sei Dank. Die staatliche Datenschutzbehörde hat gerade mal 30 Mitarbeiter und resisiert in einem Dubliner Vorort, standesgemäß über einem Supermarkt. Welch ein Kontrastprogramm zum architektonischen Prunk am Grand Canal Dock. Die Bank of Ireland leuchten in Spektralfarben, das Marker Hotel sieht aus wie ein überdimensioniertes Schachbrett, die futuristische Samuel Beckett Brücke ist – natürlich – einer Harfe nachempfunden. Und als Krönung:Das Theater von Daniel Libeskind, einstürzende Neubauten in Perfektion. Bis jetzt geht der Plan auf: mit fünf Prozent Wirtschaftswachstum steht Irland derzeit an der Spitze in Europa. Mal abwarten, wie lange das diesmal gutgeht.

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