Haltet den Dieb !

Wie funktioniert Demokratie? Man wählt alle fünf Jahre – und lässt die da oben machen. Unsere Volksvertreter mühen sich doch nach Kräften – aufrichtig, gradlinig, haben nur das Wohl von uns Bürgern im Sinn. Kämpfen für unsere Rechte, diskutieren stundenlang, debattierten messerscharf, wenn sie mal anderer Meinung sind, reiben sich auf für Dich und für mich. Ehrlich !

Mit etwas Verspätung schlagen nun die Wellen der Empörung über dieses parlamentarische Kasperletheater hoch. Haltet den Dieb ! rufen lautstark die größten Ganoven, die Aigners, Seehofers, Friedrichs dieser Welt, die ganze Bundesregierung, die dieses Gesetz mit der Bitte um Zustimmung in den Bundestag eingebracht hat. Wirklich gelesen hat die Fassung des Gesetzentwurfes zur Fortentwicklung des Meldewesens wahrscheinlich niemand – nur die, die an einer laschen Praxis der Datenweitergabe interessiert waren, also mal wieder die Liberalen vorneweg.

Im Protokoll des Bundestags kann man das ganze Elend nachlesen, die Berichte der Bericherstatter wurden gleich mal zu Protokoll gegeben und erst gar nicht vorgebracht. Fußball war an diesem Abend wichtiger als unser Wohl. Haltet den Dieb ! Ich weiß, wer meine Stimme geklaut hat.

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4 Gedanken zu “Haltet den Dieb !

  1. Die Wellen schlagen hoch, weil Szenarien der Weimarer Republik widerspiegelt werden. Hier ist ja nur punktuell mal zu Tage getreten, was normalerweise üblich ist, in dieser ‚Berliner Republik‘. Biergarten, Sommerfest und Vereins-Hommage sind den Abgeordneten (in Berlin, weit weg vom Wahlkreis) wichtiger, als im Parlament interessiert als Volksvertreter zu fungieren.

    Sondersitzung letzte Woche: Entschuldigt gefehlt: 50 Euro. Unentschuldigt gefehlt: 100 Euro. Sanktionen, die dort im Parlament niemand wirklich merkt, weil staatlich überversorgt, überbeschützt, gebauchpinselt. Null Realitätsbezug, aber Fussball gucken wollen … ?

    Das Steuer zahlende Bürgerlein lernt schnell den Berliner ‚Dialekt‘, in dem Sinne dass es fordert: Erst die Arbeit, dann das Spiel!

  2. Es war vorher schon relativ einfach, an Meldedaten zu kommen. Mitbekommen bei einer Freundin, die gute Gründe hatte, ihre Adresse nicht weiterzugeben.
    Für 6 € wurde diese dennoch an Personen weiter gegeben, die dann vor ihrer Tür standen und Einlass begehrten.
    Tja…

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