Fuffzig


An Pfingsten ist nicht nur der Heilige Geist auf die Erde niedergefahren, an Pfingsten ist auch alljährlich das Treffen der alten Jugendclique in einem Gartengrundstück nahe der Geburtsstadt (ich war schon einige Jahre nicht mehr dabei, weil sich Gespräche und Erinnerungen immer im Kreis drehen und regelmäßig den alten Drogen gefrönt und das Ganze damit ziemlich verklärt-nostalgisch, redundant und langweilig wird), an Pfingsten besucht man auch die verbliebene Familie, in diesem Fall das Mütterchen, das erst neulich den 90sten feiern durfte. Und an Pfingsten in diesem Jahr habe ich die 50 geknackt. Nicht altersmäßig, da bin ich schon mit aller Gelassenheit etwas drüber raus, sondern 50 000 Klicks auf dieser Seite.

Da wird es Zeit, all jenen Danke zu sagen, die mich aka Wassily die ganze Zeit aufmerksam, duldsam oder auch nuegierig begleitet haben, die neu dazu gekommen oder auch schon wieder weg sind. Natürlich schreibe auch ich für den kleinen Kreis der Stammleser, auch für jene, die mal zufällig hier reinschneien. Der Krampf der ersten Monate ist längst vorbei, als ich ständig und auch mal fast ängstlich geschaut habe, ob endlich mal jemand auf die Seite klickt. Heute ist es mir ziemlich egal, ob hundert oder fünf Leute einen Artikel lesen. Ganz egal natürlich auch nicht. Manchmal frage ich mich schon, warum ein für meinen Geschmack informativer oder sprachlich ganz sauberer Beitrag kaum Leser, eine dahingeworfene Kleinigkeit dafür aber unerwartet viel Likes und Kommentare verursacht.

Es gibt einige andere Seiten, da staune ich, welch sprachgewaltige Menschen unterwegs sind, die kunstvoll gedrechselte Gedanken aufs elektronische Papier bringen. Bei anderen staune ich über die Offenheit, mit denen sie auch ganz persönliche Geschichten, verwunderliche Einfälle und persönliche Verletzungen in der Netz-Öffentlichkeit preisgeben. Koch- oder Backrezepte lese ich gerne, schreibe aber nicht drüber. Literarisch bin ich wenig ambitioniert, da habe ich vage Pläne, aber in einem anderen Medium.

Hier halte mich eher meist an Alltagsgeschichten und nutzwertigen Kram, der manche Entdeckungen und Beobachtungen etwas einordnet, nachvollziehbar macht oder Lust darauf schürt, dies oder das auch mal auszuprobieren. Nach Reisen sprudeln die Berichte, dann gibt es auch Phasen, da fällt mir rein gar nichts ein, das eine Notiz lohnen würde.

So werde ich es hier auch weiter halten. Wassily sagt also für die Fuffzig Danke – und auf Wiederlesen !

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6 Gedanken zu “Fuffzig

  1. Na, da ist es doch vor allem an uns, Dank zu sagen für all die kleinen und großen Weisheiten, Eindrücke, Gedanken, Erinnerungen. Es muss nicht gleich in Zungen geredet worden sein, um sich darüber pfingstlich zu freuen.
    Hoffentlich können wir hier noch lange Zeit viele Klicks produzieren.

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