Ice Age

Achtung ! Dieses Gebäude fordert einen hohen Blutzoll. Im Winter fallen die Menschen auf dem Glatteis auf die Schnauze, im Sommer ebenso, weil man die feinen Wasserabläufe, die schräg in den Carrara-Marmor gefräst sind, im Sonnenlicht nicht wirklich erkennt. Das ist aber so ziemlich das einzig negative, das einem zu diesem Meisterwerk der Architektur einfällt, verschweigt man mal die Kosten von etwa 500 Millionen Euro. Aber in Zeiten des Hamburger Elbphilharmonie-Desasters ist das ja fast nichts.

Dafür hat Oslo, ganz Norwegen, hat ein neues Wahrzeichen – einen stilisierten Eisberg. Das neue Opernhaus am Hafen der Hauptstadt ist ein Leuchturm. Ein Leuchtturm für kühn-verspielte Edelarchitektur und dafür, wie man einem ganzen Stadtteil neues Leben und neuen Glanz verleihen kann. Vor einigen Jahren noch war das Viertel hinter dem Bahnhof von Oslo ein wüstes NoGo-Quartier. Jetzt tummeln sich bei schönem Wetter tausende in und auf der Oper, kraxeln auf dem Dach herum und haben Spaß an den Spiegelungen und ungewöhnlichen Durchblicken der Glasfronten.

Seit der Einweihung der Nationaloper – nicht mal Angie Merkels legendär ausladendes Dekolleté konnte die Blicke der Premierengäste vom Prachtbau des Architekturbüros Snörhetta ablenken – ist auch dieser Teil Oslos in Bewegung. Im ehemaligen Schmuddelviertel entsteht ein komplett neuer Zukunfts-Stadtteil. So gesehen ist der Öl-Reichtum Norwegens in dieses Kulturquartier gut investiert.

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10 Gedanken zu “Ice Age

  1. Tolle Bilder!
    Eine meiner Freundinnen wohnt seit bald vier Jahren in Stavanger und erlebt Norwegen auch von innen: der relative Wohlstand zieht nach ihren Schilderungen einen wahnsinnigen Wust an Verwaltung nach sich, die einfache Dinge wie Krankenversicherung oder ein Konto einrichten, wenn man die Personalnummer noch nicht hat, zu einem verzweiflungswürdigen Ämterrennen macht. Zudem ist man als Antragsteller immer ein bisschen in Verdacht, etwas Unrechtes getan zu haben und dass man unendlich dankbar sein muss, in Norwegen leben zu dürfen. Wie gesagt, das sind Ansichten einer Ausländerin dort, als andere Seite der blanken Medaille…

    1. Das kann ich so hautnah natürlich nicht beurteilen. Töchterlein hatte mit ihrem Auslandssemester aber keinen übermäßigen Behördentoruble.

    1. Klein – aber sehr,sehr fein.
      Norwegen bezieht 100 % der Ernergie aus Wasserkraft, freut sich angesichts des Facharbeitermangels über jeden tüchtigen Ausländer und investiert die Einnahmen aus Öl und Gas in einen Zukunfts-Fonds. Damit kann man sich sehr hohe Ausgaben für Gesundheit, Bildung und Kultur locker leisten. Beneidenswert !

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