Marbach hoch 2

„And how about the horses ?“, fragte die Queen leicht genervt, nachdem sie stundenlang durch das Schiller-Nationalarchiv in Marbach am Neckar geführt worden war. Friedrich Schiller, schon okay – aber Elisabeth II war eigentlich scharf auf edle Pferde gewesen. Und die gibt es auch in Marbach – aber in Marbach auf der Schwäbischen Alb. Im Haupt- und Landgestüt. Das war im Mai 1965 und ist mehrfach überliefert.

Die Zucht auf der Alb genießt Weltruhm. Heutzutage lassen sich schwerreiche Ölscheichs mit ihren Privatjets einfliegen, um in Marbach Vollblüter zu kaufen. Natürlich Araber. Der Begleittross lässt sich derweil in Metzingen bei Privatshows die neuesten Modekollektionen präsentieren und langt reichlich zu. Gerne gesehene Gäste.

Von den Hügeln oberhalb des Flüsschens Lauter, das sich sanft mäandernd Richtung Donau schlängelt, hat man einen schönen Ausblick in die Gegend. Nicht mal 500 Meter entfernt liegt Grafeneck, Schauplatz eines perversen Verbrechens der Nazizeit. Fohlen, die ins Leben springen hier, Euthanasie dort. Ein bizarrer Widerspruch auf den ersten Blick. Aber beides ist wohl nur in der Abgeschiedenheit der Schwäbischen Alb möglich.

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