Wenn Schuhe fliegen

"Ganz schee pääb..." (c) dpa

Nach George W. Bush und einigen arabischen Despoten hat es nun also auch den schwäbischen Gutmenschen Winfried Kretschmann erwischt. Auf dem Weg zum Neujahrsempfang verfehlte ihn ein Schuh (Modell: Espadrilles) knapp und traf seinen Bodyguard. Was ist los in Stuttgart ?

Seit dem Volksentscheid gelten einige Koordinaten nicht mehr. Die Mehrheit der Bürger hat sich für eine weitere Finanzierung des Projekts Stuttgart 21 durch das Land ausgesprochen. Mehr ist nicht passiert. Für einige wichtige Teile des Erdbahnhofs fehlt noch die Planfestellung, das Fällen der Bäume im Schlossgarten ist derzeit untersagt. Trotzdem hat sich einiges geändert. Ein grüner Regierungschef ist zum neuen Buhmann der Widerständler geworden. „Kretschmann weg“ statt „Mappus weg“ wird auf den Demos skandiert. Eigentlich ein Treppenwitz. Die Grünen glauben das durchsetzen zu müssen, was ihnen mit 58 Jahren CDU-Herrschaft ins Nest gelegt wurde.

Freitag Nacht räumten 2000 Polizisten, martialisch ausgerüstet, 600 friedfertige Blockierer aus dem Weg. Ein ganz schöner Aufwand für solch eine Aktion. Die Angst vor einer Eskalation steckt der Polizei nach dem blutigen Donnerstag von 2010 noch in den Knochen. Die Parkschützer, lange Zeit die tonangebende Gruppe im Aktionsbündnis gegen S 21, sind ziemlich zerstritten. Im Parkschützer-Forum haben sich viele abgemeldet, der Ton dort wird immer grober und militanter. Wer sich noch traut, auf die rechtlichen Zwänge für die Grünen hinzuweisen, wird schnell weggemobbt. Die Hardcore-Gegner geben lautstark und unversöhnlich den Ton an. Kretschmann ist zum neuen Feindbild geworden; „Judas“ und „Verräter“ gehören zum inzwischen geduldeten Vokabular.

Meine Haltung zu Stuttgart 21 ist unverändert – aber bei den Parkschützern habe ich mich abgemeldet. Man muß sich nicht alles antun.

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2 Gedanken zu “Wenn Schuhe fliegen

    1. Man sollte den armen Juchtenkäfer nicht überstrapazieren…

      Aber was sich die Deutsche Bahn in Sachen Naturschutz erlaubt, ist schon unterste Schublade, obwohl der Technikvorstand auch noch Kefer heißt. Seit 2010 sind sie ein nachvollziehbares Gutachten zum Artenschutz im Schloßgarten schuldig.

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