Scary looking friends

Im Paradies am Sensi Beach

Wenn man sich schon dazu entschieden hat, ins Paradies zu gehen, darf man sich auf alle himmlischen Verlockungen freuen, die man sich im irdischen Jammertal verdient hat. Aber auf Koh Tao erwarten dich dort auch „scary looking friends“, wie es der Handzettel des Resorts netterweise verspricht.

Geckos sind süß, schauen kein bisschen furchterregend aus. Der Ruf des Geckos hat in Asien eine glückstiftende Bedeutung. Die Anzahl der Rufe („To-Kee“) ist wichtig. Eine ungerade Zahl bringt Glück, sieben Rufe hintereinander bringen uns dem Himmel nahe. Ich habe in einer Nacht einen Gecko 13 (!) mal am Stück rufen hören. Das kann nur ein gutes Jahr werden !

 Spinnen mag ich weniger. Spinnen mit kleinen Körpern und langen, behaarten Beinen noch weniger. Wenn diese Ungetümer dann noch groß wie eine Untertasse sind und in der Dusche stecken… Dann schon eher Schmetterlinge. Eine unglaubliche Vielfalt: bunt oder bizarr gezackt, schillernd oder perfekt getarnt, ebenfalls handtellergroß.

Froschbesuche sind im Paradies üblich. Wenn sich ein großer und ein kleiner Frosch in der Dusche treffen – die Spinne hatte grade Ausgang – nennt man das wohl Familienausflug. Den beiden scheint es in der offenen Dusche zu gefallen, sie kommen jeden Tag vorbei.Gerne gesehene Gäste sind auch die Krebse, die sich nachts an der Hütte zu schaffen machen. Äpfel wachsen in diesem Paradies nicht, sie müssen importiert werden. Aber: Schlangen gibt es auf Koh Tao. Giftige Wasserschlangen – und im Nachbarresort wurde eine Python im Badezimmer gesichtet und fotografisch dokumentiert. Im Gegensatz zu den letzten Asienaufenthalten habe ich keine gesehen. Auch kein Schaden.

An der Rezeption staunt ein junger Amerikaner, der sich über Moskitos beschwert, fassungslos über die Aussage: „Wo ist ihr Problem, Sir ? Sie haben Dschungel gebucht !“

 Und dann: Seeadler. Echte Seeadler. Kleiner als das amerikanische Wappentier, aber ein Genuß, sie beim Beuteflug an der felsigen Küste zu beobachten.

Die Einwohner von Koh Tao wissen ihre fast noch intakte Umwelt zu schätzen und wollen Fehler, die in Samui begangen wurden, vermeiden. Die Resorts an der Küste sind auf wenige Ausnahmen schön und harmonisch in die Felsküste und die Palmenwälder integriert – Hotelbunker gibt es nur ganz wenige. Mit Wasser geht man sparsam um, Plastikflaschen sind in unserem Paradies ganz verboten. „Protect paradise“ steht auf vielen Tshirts, die von den Menschen getragen werden.

Das größte „Problem“ von Koh Tao ist tatsächlich seine verhältnismäßig intakte Umwelt und die Schönheit der Unterwasserwelt. Die Insel ist deshalb übertaucht, zuviele westliche Taucher in zuvielen (billigen) Tauchschulen auf zuvielen Tauchbooten. Harpunieren ist sowieso streng verboten und wird wie Drogenbesitz mit Gefängnis bestraft.

Dabei ist Schnorcheln eine verträgliche und nicht weniger spektakuläre Alternative. „Fishes are your friends, not your toys“, lesen wir. Von unserem Hüttenbungalow haben wir direkten Zugang zum Meer. Keine 50 Meter vor der Küste liegt ein Schiffswrack, knapp 15 Meter lang, in der Mitte auseinandergeborsten. Toll zum Schnorcheln, toll zum Entdecken. Wir sehen Anemonenfische, Drücker, Schwärme von Zebrafischen, Seenadeln und Lippfische. Das langt vollkommen.

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3 Gedanken zu “Scary looking friends

  1. Ich weiß, es ist dumm und schrecklich banal, aber ich kann leider nicht in ein Land reisen, wo es solche Spinnen gibt. Darum bin ich heilfroh, dass Du hier über dieses Land erzählst.
    Übrigens: Umgekehrt sind die Taucher vermutlich auch ziemlich scary looking fish-substitutes…

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