Hexenhaus

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10 Gedanken zu “Hexenhaus

  1. Es hatte nur eine Spielerei bei flickr werden sollen. Das Licht der Rückseite seines Hauses aus Travertinstein hatte er mit Photoshop eingefügt, alles hochgeladen und dann das Kiosk an der Ecke Uff/Kirchhofstraße aufgesucht. Als er mit den Zigaretten zurückkam, stand eine Frau vor dem Haus, die aussah wie eine Hexe. „Auch nur Photoshop“ denkt er flüchtig und geht hinein.

  2. Die Spielerei des Lichts auf der Fassade hatte keinerlei Reize für Helma B., die sich dem Kiosk näherte, um ein Feuerzeug zu kaufen. Es blendete und flickrte irritierend, so daß sie mit einem erleichterten »Uff!« unter das windschiefe Vordach trat …

    Rest kann man sich ja denken.

    1. „….unter das windschiefe Vordach trat“ und die rote Plastikrose aus ihrer Handtasche nahm. DAS hatte sie sich anders vorgestellt. Ein Blind Date mit Bertram B. Ausgerechnet in diesem Kiosk, es war ja eigentlich eher ein Büdchen oder eine Trinkhalle, drei Fliegenpilzförmige Stehtische, an denen einige Personen standen, an braunen Bierflaschen nuckelnd. Auf was hatte sie sich da eingelassen? Vor einer Stunde hatte ihr Bertram B. ein agiler Vertreter für Miederwaren, eine flickernde SMS geschickt „bin gerade am Dreieck Leonberg, Treffen im Kiosk hinter dem Kirchhof“.
      Helma betrat schicksalsergeben das Büdchen und musterte die Männer an den Fliegenpilztischen, keiner zeigte Interesse an ihr oder ihrer Rose, doch, da schaute einer halbwegs interessiert, ein schnauzbärtiger älterer Herr in Trachtenjanker und mit einem Teint, der an adrigen Travertinstein erinnerte und Helma fragte sich: Ist das jetzt was Ernstes oder wieder alles nur Spielerei?

      1. Bertram richtete sich langsam auf, irgenwie gockelhaft und doch leicht unbeholfen, strich den Schaum des Weizenbieres aus seinem grauen Schnäuzer, der ihm, zusammen mit seinem Janker, unter dem nach Schwarzwälder Art die rote Weste mit den Goldknöpfen herausblitzte, die Aura eines ältlichen, aber vermögenden Waldbesitzers verlieh.

        Zielsicher zwängte er sich zwischen den Stehtischen durch, begleitet von den amüsierten, aber leicht vernebelten Blicken der Zechkumpane,baute sich zu seiner stattlichen Größe von 1,86 Metern auf, die er auch den klobigen Absätzen seiner cognacfabenen Budapester vedankte,und flüsterte ihr mit fester Stimme ins Ohr.

        “ Helma ? DUUUU bist Helma !“.

        1. Oha! Jetzt wird es Wilhelmhauffisch! Rote Weste nach Schwarzwälderart. Sollte Bertram in Wirklichkeit der Schatzhauser im finstern Tannenwald sein, wobei die stattliche Größe eher auf den dämonischen Holländer-Michel verweist.

  3. Es sieht aus wie das Hexenhaus einer schon sehr mächtigen Hexe. Unterhält die Hexe einen Kiosk, in den sie arglose Verbraucher lockt, die am Travertinstein schlecken und dann auf dem Kirchhof…äh ja, die Tags.

    1. Diesen Kommentar muß ich entrüstet zurückweisen, weil Du die Stichworte „Spielerei“ und „flickr“ nicht eingebaut hast.
      Also bitteschön, eine neue Variante !

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