Nach 35 Jahren

Lange Matte und Schlaghosen: Klassenfahrt 1974

Klassentreffen ! In der Heimat, die für die meisten schon längst keine mehr ist. 35 Jahre danach, nach der Reifeprüfung im kleinen Städtchen am Neckar. Vorfreude auf alte Kumpels, zu denen man trotz allem den Kontakt verloren hat. Und auf die Mädels, Spannung, wie sie alle denn aussehen, heute, im reifen Mittelalter, was sie machen, wie sie leben, wie es so geht.Es ist kein bisschen peinlich. Okay, gelegentlich muß man schon blitzartig nachdenken: Das ist doch… grübel… Christiane oder doch Christa ?… Der Vorname kommt, die Erinnerung auch, und wo es nicht auf Anhieb klappt, wird freundlich nachgeholfen. Kein bißchen peinlich.

Einer fehlt beim Treffen. Für immer. Ansonsten sind die meisten der alten Abiklasse angerückt, teilweise mit Begleitung. Auch das ist spannend, erzählt doch viel über die Klassenkameraden. Andere sind geschieden, leben alleine oder ganz anders. Einer, der schon immer etwas freakiger als alle anderen war, ist es bis heute geblieben. Der, der schon immer der Ansager und Lautsprecher war, ist es auch heute noch. Damals als Halbstarker vom Dorf, heute trotz oder wegen Bundeswehrkarriere und Afghanistan-Einsätzen. Vielleicht auch jetzt eine Schutzfunktion. Die Anderen auf den leicht verblichenen Fotos haben sich im wirklichen Leben ziemlich verändert.

Die engen Freundschaften von damals sind schnell wiederbelebt, so als ob man grade gestern die gemeinsame Stammkneipe von früher verlassen hätte. Der Kontakt ist irgendwie trotzdem verloren gegangen, das nächste Treffen im kleinen Kreis wird aber für demnächst verabredet. Es wird wahrscheinlich wieder nicht stattfinden. Das macht aber nichts.

Neulich hatte ich im Fernsehen einen Tatort des WDR angeschaut. Max Ballauf beim Klassentreffen. Alte Leidenschaft, alte Wunden – und ein Mord in der durchzechten Nacht. Bei uns ist es sehr, sehr friedlich geblieben – und lustig obendrein. Wir hatten auch ein Restaurant ohne Gästezimmer gebucht.

Na denn, Jungs und Mädels, bis in fünf Jahren!

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5 Gedanken zu “Nach 35 Jahren

  1. »Es wird wahrscheinlich wieder nicht stattfinden. Das macht aber nichts.«
    Aus Bedenken davor, daß es doch was macht, schwänze ich meine Klassentreffen seit Jahrzehnten.

    1. Ach, ich sehe das ganz entspannt. Wenns klappt ist gut, wenn nicht, auch.

      Ich kenn zwar deine alte Klasse nicht, kann Dich aber nur ermutigen, mal hinzugehen. Es war ein durch und durch schöner Abend mit etwas Nostalgie aber auch total neuen Entdeckungen. Also, trau Dich…

  2. Aber irgendwie auch merkwürdig, so ein Klassentreffen. Und dass das nächste Treffen im kleinen Kreis wahrscheinlich wieder nicht stattfinden wird, deutet an, dass außer der gemeinsamen Schullaufbahn doch wenig Verbindendes mehr da ist.

    1. Auch in einer Klasse ist es wie im wirklichen Leben. Bei manchen funkt es auf Anhieb wieder, bei anderen hat es nie und wird es nie funken.
      Ich brauch keine regelmäßigen Treffen mit womöglich zwanghaftem Charakter. Lieber alle paar Jahre mal – dann aber intensiv und ohne Verpflichtung.

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