Backsteinkiez

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In meinem Kiez (dieses schöne Wort gibt es in unserem Sprachgebrauch leider nicht – da sagt man schnöde: das Viertel oder :ums Eck) sind noch einige Straßenzüge mit wunderschönen Backsteingebäuden erhalten. Die Ecke Martin-Luther-Straße/Kissingerstraße in Bad Cannstatt ist im Krieg von Bombenabwürfen der Alliierten und später vom Modernisierungswahn der Plattmacher weitgehend verschont geblieben.

Der Seelberg, so nennt sich diese stolze Erhebung von schätzungsweise 30 Meter, war bereits in der Eiszeit vom Mammutjägern besiedelt, es gab hier einen Travertin-Steinbruch, in dem Stoßzähne gefunden wurden. Auf dem Gelände des Steinbruchs residiert jetzt ein modernes, aber gesichtsloses Einkaufsparadies mit monatlich wechselnden Mietern.

Überhaupt: es sind heute eher Goldgräber als Jäger unterwegs. Die schöne Terrot-Strickmaschinenfabrik steht nicht mehr, dafür wurde eine kastige Anlage für betreutes Wohnen hochgezogen. Und die Backsteinzeilen ? Die fünstöckigen Wohnhäuser mit den schönen Erkern, Portalen und Giebeln und den kruschteligen Hinterhöfen – meist ist dort eine kleine Werkstatt mit einem Handwerksbetrieb zu finden – sehen von außen noch ganz passabel aus. Die Wohnungen sind eher in einem Na,ja-aber bezahlbar-Zustand. Deshalb lebt das Viertel, eine gute, internationale Mischung, wo man alles bekommt, was man in der Innenstadt nicht findet. Noch.

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