Spaziergang in der Alfama

Vom ältesten Stadtteil Lissabons, Barrio de Alfama, bekommen viele Urlauber meistens nur flüchtige oder ziemlich teure Eindrücke. Flüchtige bei der Fahrt in der völlig überfüllten Straßenbahn 28 quer durch das Viertel, teure beim Fado-Abend in ziemlich unverschämten Nepp-Lokalen. Dabei ist das Viertel zwischen Kathedrale und Bahnhof Santa Apolónia, zwischen dem Kastell und den ehemaligen Docks Jardim do Tobaco in manchen Ecken noch ursprünglich, voller Alltagsleben auf den Plätzen, den Treppen, den Straßen mit winzigkleinen Lebensmittelgeschäften und vielen Kneipen. Hier gibts gegrillten Fisch von groben Tischen mit karierten Wachstischtüchern. Die Alfama will erwandert werden. Dann sieht man auch schnell, das hinter den pittoresken Fassaden teilweise unglaublich ärmliche Wohnungen liegen. Die Alfama ist aber wieder in in Lissabon. Je höher man zum Kastell steigt, desto edler und teurer werden die luxussanierten Häuser. Es ist eine Frage der Zeit, bis die Bewohner der Alfama irgendwo draußen in den Trabantenstädten landen – und unglücklich werden. Ob Fado im 16. Stockwerk noch gut klingt … ?

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