Engelberger Alp-Träume

Wie gemalt: Alphornbläser

Bei einer Fahrt in die Umgebung von Luzern sollte man einen Abstecher nach Engelberg in der Zentralschweiz nicht verpassen. Engelberg liegt im Mini-Mini-Kanton Obwalden mit seinen knapp 35 000 Einwohnern. Die Jungen nennen ihren Kanton mit der kleinen Hauptstadt Sarnen etwas untypisch und obercool „Upwood“. Engelberg – Jahrhundertelang im Verkehrsschatten und erst seit Beginn der 30er Jahre so richtig per Straße erreichbar – ist das touristische Zentrum des Kantons. Mittendrin im Ort liegt die Benediktinerabtei Kloster Engelberg von 1120. Ein bezaubernder Flecken in einen wunderschönen Hochtal auf knapp 1000 Meter Höhe, überragt vom Bergmassiv des Titlis, mit sehr schönen mondänen Hotels aus dem Anfang des vergangenen Jahrhunderts und vergleichsweise verschont von hässlichen Bausünden der Neuzeit.

Das Kloster wird noch von Mönchen bewohnt und betrieben. Etwa 40 Menschen leben und arbeiten im und rund ums Kloster – und sie empfangen gerne auch Gäste: man kann sich zur Besinnung ins Kloster zurückziehen, oder zum gemeinsamen Diskutieren oder Musizieren.

Tradition total

An dieser Stelle sei der Vollständigkeit halber erwähnt, dass fünf der Alphornisten sozusagen Gastarbeiter aus Süddeutschland waren, die mit den Kollegen aus der Schweiz beim Wokshop an ihren Fertigkeiten auf dem Instrument feilten – und den staunenden Spaziergängern eine überraschende Kostprobe boten.

(c)HMErben

Die berühmteste Tochter des Ortes ist die Skirennläuferin Erika Hess. Den berühmtesten Sohn Engelbergs kennt man übrigens nicht vom Gesicht her, sondern über seine Arbeit. Es ist der Schweizer Fotograf und Grafikdesigner Herbert Matter. 1907 in Engelberg auf die Welt gekommen, gilt er als Begründer des modernen Fotoplakats in der Schweiz. Matter kreiert seinen eigenen Stil, vermischt Fotografie mit Zeichenreklame. Für das Schweizer Verkehrsamt gestaltet Herbert Matter 1932 die berühmte Werbeplakat-Serie für den Tourismus.1936 emigriert Herbert Matter in die USA, in New York arbeitet er als Fotograf für „Vogue“ und „Harper’s Baazar“, im Zweiten Weltkrieg wird er von der US-Regierung mit der Gestaltung von Propagandaplakaten beauftragt.

So, jetzt ist aber auch mal Pause angesagt in Engelberg. Natürlich kann man in einem der vielen netten Restaurants einkehren. Am Feinsten ist es aber, sich bei schönem Wetter im Hof des Klosters niederzulassen, die Düfte aus dem Kräutergarten der Benedektiner in der Nase, auf dem Tisch Käse und frisch gebackenes Brot aus der Klosterkäserei. Und gut ist`s.

Rustikal und lecker: zNüni
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2 Gedanken zu “Engelberger Alp-Träume

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