Die neue Klagemauer

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Bei aller Wut und Verbitterung – das ist witzig und phantasievoll. Der Bauzaun am Nordflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs ist die Klagemauer gegen das Milliardenprojekt geworden. Die Betreiber des Projekts haben bisher 1,6 Millionen Euro in eine dämliche, volksverdummende Hochglanz-Kampagne gesteckt. Ergebnis: über die wenigen Vorteie von S 21 weiß kaum jemand Bescheid. Das hat gestern sogar der Projektsprecher, ein abgehalfterer SPD (!)-Abgeordneter einräumen müssen, ohne daraus für sich die Konsequenzen ziehen zu wollen. Am Zaun des Bahnhofs, im Schatten der Bankenzentrale, die einen Vorgeschmack auf das gibt, was an dieser Stelle in Glas, Stahl und Beton hochgezogen werden wird, könnte man leicht nachlesen, was viele Bürger umtreibt. Es ist die Sorge um ein Milliardengrab, eine seelenlose neue City, die den Investoren und nicht den Menschen gehört, die Wut über eine verfehlte Bahnpolitik, der Zorn über den drohenden Verlust eines Wahrzeichens und vor allem die Empörung über eine schnöselige, kaltblütige und bürgerferne BASTA-Attidude der handelnden Politiker. Mit ihrer „Beschlossen ist beschlossen“ – Betonmentalität haben sie nur eines erreicht: die Stuttgarter nehmen die Dinge selbst in die Hand. Und das ist auch gut so.

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7 Comments

    1. Ich mach seit Jahren nix anderes. Morgens Demo, mittags kurzes Sit-In, dann `ne schnelle Besetzung und abends wahlweise Schweigemarsch oder Menschenkette. Ist irgendwie ziemlich anstrengend.

  1. Jetzt hat es die Anti-21-Bewegung schon in die Abendnachrichten geschafft. Da geht noch was, das entwickelt einen Sog, dem sich selbst diese Betonköpfe am Ende nicht werden entziehen können, ich bin sicher … ich hoffe es … das wäre großartig.

  2. Interessant finde ich immer wieder die Einwände der Befürworter: da hätte man doch, wenn man schon dagegen ist, vor Jahren Einspruch einlegen sollen … Mal abgesehen davon, daß die Informationspolitik bei umstrittenen Großprojekten gerne sparsam ist — so funktionieren Menschen einfach nicht.

    1. Genau so hübsch finde ich:

      „Schon so viel investiert, jetzt können wir unmöglich raus aus der Geschichte“.

      Oder:
      „Ist doch alles sauber demokratisch legitimiert“
      Noch eins ?
      „Sind alles linke Berufsprotestierer“.

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