WMusik (3): Das tragische Dreieck

Sie haben uns so viel Spaß gemacht: Fredi Bobic, Giovane Elber und Krassimir Balakov, besser bekannt als das „Magische Dreieck“ des VfB Stuttgart. Aber dann kommt wie üblich die Spaßbremse Uli Hoeness aus München, wedelt mit den Geldscheinen – und schon ist Schluß mit lustig.

Nach dem Abgang von Elber ist es schnell mit der Fußball-Herrlichkeit am Neckar vorbei. Daran ändert auch eine Cover-Version namens „Das tragische Dreieck“ nichts. Die Besetzung Bobic, Gerhard Poschner und Marco Haber ist sowohl fußballerisch wie auch gesanglich nur ein müder Abklatsch.

Was machen die drei Herren heute, nachdem es verdientermaßen nicht zu großen Sangeskarriere gereicht hat?

Fredi Bobic hat sich eigentlich wenig verändert, er ist noch immer der Typ netter Nachbar, der beim Lachen die Augen zu chinesischen Schlitzen verengt. Fredi hat einige Zeit in meiner Straße gewohnt, ein wirklich stinknormaler Typ, der mit Kindern wunderbar umgehen kann und die Knirpse aus der Straße mit T-Shirts der Nationalmannschaft und Autogrammen eingedeckt hat. Solange, bis die Schlange der jungen Fans vor der Haustüre irgendwann zu lange war.

Bobic wechselt von Stuttgart zu Dortmund, nach England zu den Bolton Wanderers, kehrt zurück nach Hannover und zur Hertha. Neben seiner Tätigkeit als Experte im Fernsehstudio (welcher halbwegs erfolgreiche Ex-Kickar macht das eigentlich nicht ?) ist er im Verein seines alten Kumpels Balakov Manager: der Club aus Burgas in Bulgarien soll, gemässtet mit den Millionen eines Unternehmers, bald europäische Spitze werden. Nebenbei betreibt er ein Sportgeschäft im Remstal.

Gerhard „Poschi“ Poschner, der Mittelfeldspieler mit der lustigen Lispelstimme, ist gleichfalls ein echter Wandervogel und hat früh seine spanische Ader entdeckt. Nach Stationen beim VfB und Borussia Dortmund, kickt er in Italien, in Spanien, in Österreich und wieder in Spanien. Dort wird er als Deutscher vor einem Jahr Generaldirektor bei Real Saragossa. Im Mai 2010 tritt er zurück.

Marco Haber, obschon zweifacher Nationalspieler, ist der Schwächste des Trios, auf dem Fußballplatz zumindest. Auch er tingelt durch die Weltgeschichte, spielt in Spanien, in Rostock und auf Zypern, vergeudet sein zweifellos großes Talent. Heute ist er zu seinen Wurzeln zurückgekehrt und versucht sein Glück im Management des 1. FC Kaiserslautern.

Singen konnten alle drei nicht. Aber Spaß hatten sie an ihrer kurzen Musikerkarriere. Und am Kicken sowieso.

Advertisements

2 Gedanken zu “WMusik (3): Das tragische Dreieck

  1. Ich hab die drei oft im Neckarstadion spielen sehen und meine Freude an diesem Ballzauber gehabt. Das „magische Dreieck“ war zumindest in dieser Form was Neues und ließ sich wie die „jungen Wilden“ Jahre später glänzend vermarkten.
    Übrigens, Lenz: Trainer des VfB Stuttgart war damals kurzfristig ein Schweizer, Rolf Fringer, der dann von einem gewissen Joachim Löw abgelöst wurde. Und Giovane Elber war ja von den Grashoppers Zürich nach Stuttgart gewechselt. Elber hat mit seinen zwei Toren im Pokalfinale 97 gegen Cottbus dem VfB wenigstens ein schönes Abschiedgeschenk gemacht, vor seinem Wechsel zum FC Bayern.
    Ein „Vorbild“ gab es vielleicht in den 20ern, den „Schalker Kreisel“. Ernst Kuzorra und sein Schwager Fritz Szepan spielten solange Kurzpässe, bis dem Gegner schwindlig wurde.

  2. So interessant und geschäftig Fredi Bobic und Giovane Elber auch nach ihrer Karriere auf dem Platz sind, der Höhepunkt war das „Magische Dreieck“ mit Krassimir Balakov. War das die erste Sensation dieser Art?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s