Jesus in Cannstatt

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Die Via Dolorosa liegt in Jerusalem … und heute auch in Bad Cannstatt. Seit 31 Jahren spielt die katholische italienische Gemeinde den Kreuzweg Jesu nach. 70 Laien schlüpfen in die Rollen von Jesus, Pilatus, Judas, Kaiphas, Simon, Veronika und all den überlieferten biblischen Gestalten. Der Kreuzweg in Bad Cannstatt ist ein Ausdruck der tiefen Gläubigkeit der italienischen Gastarbeiter, die vor über 50 Jahren an den Neckar gekommen sind. Ein Stück Heimat, die meistens irgendwo in Süditalien liegt. Junge, Alte und Steinalte spielen mit oder stehen an der Straße zum Kurpark, wo in Cannstatt an diesem Tag der Berg Golgota ist . Michele Annunziata gibt auch in diesem Jahr den Jesus, zum vierten Mal. Im Brotberuf arbeitet er beim „Daimler“, wie viele andere auch. Michele stammt aus Neapel, ist ein schwäbischer Italiener oder italienischer Schwabe geworden.

Zum aktuellen Zustand der Kirchen passen da drei Meldungen von heute.
Erzbischof Zollitsch räumt schwere Versäumnis im Missbrauchsskandal ein. Der Papst schweigt weiter – dafür wird der Kreuzweg in Rom von Scharfschützen bewacht, aus Angst vor Protesten. Der Hausprediger des Vatikan darf daüber räsonieren, dass die Kritik an den kriminellen Pfarren vergleichbar mit antisemitischer Hetze sei.

Und die Luthergemeinde zu Bad Cannstatt feiert ihren Karfreitag lieber für sich alleine. Genau zu dem Zeitpunkt, als die italienische Prozession an der evangelischen Kirche vorbeizieht, wird drinnen eine Karfreitags-Messe gefeiert.

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3 Comments

  1. Habe die Sache auch in den Niederlanden verfolgt, wo inzwischen über 1000 Missbrauchsfälle aus den letzten Jahrzehnten zusammengetragen wurden, und ab und zu auf blogs.taz.de/meineguete darüber gebloggt. Dort hat die Kirche ein unabhängiges Hilfsangebot eingerichtet (und nicht wie in D an drei Nachmittagen Kirchenleute ans Telefon gesetzt). Und im Fernsehen hat ein Kardinal bemerkenswerterweise gesagt „Wir haben es nicht gewusst“ – auf Deutsch – als Zitat der deutschen Selbstentschuldigung nach dem Holocaust – um zu signalisieren, dass sie tatsächlich alles gewusst haben, es nur nicht wissen wollten.

  2. Die Versammlung der selbstgerechten älteren Herren in Rom hat sich mit dem heutigen Tag selbst zum Abschuss freigegeben.
    Es steht das „eitle Geschwätz“ der Opfer gegen das feierliche Ostergewäsch der eitlen Kardinäle. Es wird ungemütlich werden in der Wagenburg.

  3. Für mehr, als öffentlich aufgeführte Dramen, ist sie ja wirklich kaum mehr zu gebrauchen, die Kirche…

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