Wiener Kaffeehäuser (3)

"Drechsler" Linke Wienzeile 22

"Drechsler" Linke Wienzeile 22

„Jajaja – ich bin auch eine Art Vater einer großen Familie“ (König Engelbert III.)

Meine Leidenschaft für Wien und damit auch für die Wiener Kaffeehäuser ist erst jüngeren Datums. Deshalb ist mir auch leider eines der lebenden Kaffeehaus-Ereignisse entgangen. Engelbert Drechsler III muß wohl neben den Hawelkas die Institution schlechthin gewesen sein. Sein täglicher Dauerlauf zwischen dem Café und den Naschmarktständen hatte zu literarischen Höhenflügen angeregt und sogar eine Musikcombo hat sich nach dem Drechsler benannt.

100_1391 Vor dreieinhalb Jahren hat er sein Kaffeehaus einfach nicht mehr geöffnet – Engelbert Drechsler, genannt auch König Engelbert III. Nach einer gründlichen Renovierung (die auch ziemlich nötig gewesen sein soll) ist das Drechsler neben dem Savoy wieder die Adresse am Naschmarkt geworden. Doch während im Nachbarcafé hin und wieder auch ein Marktbeschicker seinen Kaffee trinkt und sich im Winter aufwärmt, ist im Drechsler meist viel junges Volk unterwegs. Es geht ziemlich lebhaft zu – das war in den letzten Tagen unter der Ägide des alten Engelbert nicht mehr so. Heute wieder eine nette Adresse mit vielen schönen Details im Café und einem schönen Blick auf das Treiben des Naschmarkts.

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Ein Gedanke zu “Wiener Kaffeehäuser (3)

  1. Der alte Herr Drechsler war wirklich eine Seele von einem Cafetier. Und auch irgendwie untypisch: Immer freundlich und geduldig und ruhig. Die Ruhe in Person vor allem, wenn er auf der dicht befahrenen linken Wienzeile im Schneckentempo eine Melange zu irgendeinem der Naschmarkt Standler brachte. Wie er DAS über die Jahre schadlos überlebt hat, grenzt an ein Wunder. Der Drechslersche Schutzengel hatte jedenfalls unglaublich viel zu tun …
    Übrigens ist er auch ein angenehmer Hausbesitzer, die Mieter des Hauses konnten die Miete direkt im Cafe auf die Rechnung setzen und bei Zahlungsverzögerungen soll er auch ganz kulant gewesen sein. Pomale halt, wie man hier gern sagt.
    Neuübernahmen solcher Institutionen sind ja immer ein gewisses Risiko. Wird das Ambiente kaputt renoviert? Verändert sich die Klientel zu sehr? Das neue Cafe Drechsler hat den Wechsel jedenfalls zur allgemeinen Zufriedenheit gut hinbekommen. Ein bisschen sauberer, ein bisschen schicker, aber eben nur ein bisschen …

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