
Gewisse Traditionen muss man einfach liebgewinnen. Zum Beispiel den täglichen Betriebsschluß im legendären Mineralbad „Berg“ im Stuttgarter Osten. Vor 153 Jahren ist dieses Mineralschwimmbad von Friedrich Neuner eröffnet worden – viele Stammgäste nennen deshalb das Bad auch schlicht “ das Neuner“. Seit ich mich erinnern kann ertönt zum Badeschluß über die schepprige Lautsprecheranlage der Schnulzenschlager „Auf Wiedersehen“. Das ist besonders witzig im Herbst oder Winter, wenn schon längst keine Badegäste mehr im Schwimmbecken unterwegs sind und das „Neuner“ im Scheinwerferlicht vor sich hin glänzt. Die meisten Badegäste kommen übrigens fast täglich wieder – für viele Stuttgarter ist ein Leben ohne das „Berg“ unvorstellbar.
hach, da hab ich Schwimmen gelernt. Als Kind war es zwar stinklangweilig und wir durften auch nicht in die Warmbadehalle, weil wir angeblich so viel Krach machten. Aber in der Erinnerung ist es toll. Kein Bad ist so altmodisch wie das Neuner.
Das stimmt – Nostaligie pur.
Wobei – wenn ich heutzutage entspannt ins Thermalbad gehen will, fahre ich nach Wildbad ins „Palais Thermal“. Das ist was ganz Besonderes, so ähnlich wie das Friedrichsbad in Baden-Baden.