
Monastero di Santa Maria in Valle – ist das nicht einfach ein himmlisch klingender Name ? So heißt das Kloster in der Landgemeinde Cividale del Friuli, die auf dem Weg zum Meer einen Abstecher lohnt. Immerhin war Cividale mal Hauptstadt der Region, bevor das nahe Udine dem kleinen Städtchen mit seinen 12 000 Einwohnern den Rang abgelaufen hat. Ein Spaziergang über die Kopfsteinpflastergassen durch die Stadt oberhalb des Flusses Natisone ist ein echtes Vergnügen. Vorbei am Rathaus mit seinen Laubengängen, am Denkmal des Stadtgründers Julis Cäsar über den Domplatz zur Teufelsbrücke – ein Postkartenmotiv reiht sich neben das andere.
Etwas versteckt liegt das ehemalige Benediktiner-Kloster aus dem 8. Jahrhundert mit seinem schönen Innenhof. Am Rand des Klosters, auf den Felsen hoch über dem Fluß, der Tiempetto Langobardo. Ein ziemlich mysteriöses und geheimnisvolles Heiligtum, aber weder ein Tempel, noch langobardisch. Man vermutet, dass die Stuckdekorationen und Freskenmalereien aus dem späten achten Jahrhundert stammen. Wen die zarten,eleganten Figurinen darstellen ist nicht gesichert. Vielleicht christliche Märtyrerinnen, vielleicht auch nicht. Das ist auch gut so, man darf schauen, staunen und weiter spekulieren – am besten bei einem Blick vom verwunschenen Klostergarten aus ins Flußtal und auf die umliegenden Hügel, auf denen schon Slowenien beginnt.

Ja, Cividale ist eins der schönsten Städtchen auf der Welt, da wird man gleich um einige Jahrhunderte zurückversetzt und kommt nicht mehr aus dem Staunen ab all der Schönheit, der künstlerischen wie die der Umgebung; mit der tiefen Schlucht des Natisone mitten durch das Städtchen und den Hügeln ringsum – es hat eine ganz eigene Atmosphäre.
Leider war es, als ich vor etwa zehn Jahren mit meinem Onkel da war, bitterkalt, so kalt, dass wir uns nach zehn Minuten Herumspazieren eiligst in ein Café verkrochen. Eins mit grossen Glasfassaden, von wo aus wir direkt das Standbild Cäsars vor Augen hatten. Und wie mein Blick so immer wieder über die Inschrift „Forum Iulii“ schweifte, und ich mir diese in Gedanken immer wieder aufsagte, ohne es eigentlich zu merken: „Forum Iulii“ „Forum Iulii“ „Forum Iulii“ – Friuli !?!? Ja, ist das möglich? fragte ich meinen Onkel etwas verdutzt. „Ja klar, wusstest Du das nicht?“ meinte er nur.
Das nächste Mal, bald, werde ich im Frühjahr oder Herbst einmal das Städchten besichtigen, und selbstredend auch den Tempietto Langobardo und das rätselhafte Kloster … ich liebe solche Orte.
Danke für diesen Hinweis. Ich war zwar schon mal in der Gegend, wusste aber von diesem Kloster nichts.