Mutti ist weg !

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Wem heute das kurze Glück vergönnt war, das richtige Zeitfenster für einen Besuch auf der Online-Ausgabe der Stuttgarter Zeitung zu erwischen, der war erst sprachlos, hetzte dann in den Keller, kramte die teuerste Flasche Champagner aus den Notvorräten – und begann dann ungehemmt zu feiern.

„Merkel tritt zurück“

Schwarz auf weiß ! Sylvesterböller müssen doch auch noch irgendwo auf dem Dachboden liegen…

Um 13:10 Uhr dann die wahre Grausamkeit. Nein, Rösler tritt nicht auch noch zurück. Die Zeitung entschuldigt sich für ein technisches Versehen, enstanden bei der Umstellung des Redaktionssystem. Es habe sich um einen fiktiven Text gehandelt ohne jegliche Grundlage.

Das ist jetzt aber schade ! Immerhin hat die StuZ damit doch der Forderung eines FDP-Abgeordneten entsprochen, der nur noch positive Schlagzeilen lesen wollte.

So, jetzt ist der Champagner schon mal offen. Dann dichten wir eben unsere Wunschschlagzeilen. Darf ich um Vorschläge bitten ?

Eine Insel mit zwei Bergen

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Diese Insel hat tatächlich zwei Berge. Aber eigentlich sind es ja drei Eilande, miteinander verbunden durch Sandbänke, die man bei einsetzender Flut gerade noch so durchwaten kann. Nang Yuan ist seit mehr als 20 Jahren in Privatbesitz. Das ist schön für den Besitzer, nicht so schön für die, die auf seine Insel wollen. Das können an manchen Tagen ganz schön viele sein: Sonnenanbeter, Schnorchler und vor allem Taucher, die Chumpon Pinneacle vor der kleinen Inselgruppe zu ihrem Lieblingstauchplatz erkoren haben. Keine schlechte Wahl, sag ich mal.

100 Baht zahlt man als Nutzungsentgeld dafür, daß man Nang Yuan betreten darf, die Holzwege gepflegt und das kleine Paradies sauber gehalten wird. Das ist okay. Noch besser wäre es allerdings, wenn der Eintrittspreis verdoppelt und dafür die Zahl der Gäste halbiert würde. Bei schönem Wetter ist es leicht rummelig, muß man ganz schön weit rausschwimmen, um ungestört schnorcheln zu können. Dafür leuchten die weißen Korallenstrände aber unglaublich intensiv. Man bewegt sich in einer Postkarte. Die Alternative: wer einen der schlichten Bungalows auf den Inseln mietet, hat wenigstens morgens und abends die Inseln für sich. Oder man fährt bei stürmischem Wetter raus – dann ist es ganz automatisch etwas einsamer.

Ein bisschen Spass muss sein

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Ich will mich jetzt nicht auf einen einzelnen Politiker einschießen. Nur weil der mal eine ostdeutsche Blockflöte war und deshalb nichts anderes gelernt hat, als anschließend in die FDP zu gehen, und dort Karriere zu machen. Das wäre mir vergleichsweise egal, wenn er wenigstens seine Klappe halten und dem lieben Gott und dem lieben Guido dafür danken würde, dass er sein Geld so verdienen darf.

Nun neigt dieser Mensch aber auch noch dazu, Blödsinn zu verzapfen – öffentlich ! Weiterlesen »

Ausgeknipst

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Es war einmal eine Weltfirma. Heute hat sie Insolvenz angemeldet – KODAK. Dahinter steckt für mich immer die Leidenschaft, mit Bildern zu leben, in Bildern zu denken. Meine aktuelle Zweitkamera ist eine KODAK Easyshare, gekauft für 70 australische Dollar in Sydney auf dem Chinesenmarkt. Immerhin hat sie ein Schneider-Objektiv made in Koblenz. Die Kamera tut gute Dienste neben meiner alten, unerreichten AE 1, die nun schon 35 Jahre auf dem Buckel hat und von einer anderen fotografischen Zeit kündet.

KODAK, das ist auch eng verbunden mit dem Stuttgarter Stadtteil Wangen. Jahrzehntelang war die Fabrik in Wangen der fotografische Nabel in Süddeutschland. So ziemlich jedes Urlaubs- oder Hochzeitsfoto ging dort durch die Maschinen. Ich war da etwas mißtrauisch: ich habe die 1 300 Dias einer USA-Reise lieber in einem kleinen Labor entwickeln lassen.

KODAK hatte sich in den 30er Jahren in Stuttgart eingekauft. Zuvor war dort die August-Nagel-Fabrik für Feinmechanik untergebracht. Nagel war einer dieser unglaublichen Tüfftler, von denen im Südwesten einige daheim sind. Kameralegenden wie die ZEISS Contessa oder die KODAK Retina sind auf seinem Mist gewachsen. Tragisch für Nagel: sein Unternehmen ging durch beide Weltkriege, wurde zweimal zur Rüstungsproduktion umfunktioniert.

KODAK Stuttgart hatte mal annähernd 5 000 Mitarbeiter. Heute sind noch um die 200 übriggeblieben. Und die, so lese ich gerade, sind von der Insolvenz der amerikanischen Mutter nicht betroffen. Immerhin.

Kraftprobe

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Ich will jetzt nicht ernsthaft behaupten, der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland wäre besonders staatsfern. Dazu gibt es viel zu viele aktive Politiker in den Aufsichtsgremien. Immer wieder machen seltsame Personalentscheidungen die Runde, dann, wenn ein Parteisoldat plötzlich in einer nicht unmaßgeblichen Funktion im Programm oder in der Senderhierarchie auftaucht. Aber immerhin – man bemüht sich einigermaßen.

Was aber im Nachbarland Österreich seit Jahrzehnten selbstverständlich ist, gereicht einer Bananenrepubllik zur Ehre. Die Parteien haben den ORF zur Beute, zum Selbstbedienungsladen gemacht, mit einer ungenierten Chuzpe und Raffgier zugleich, die kaum zu fassen ist. Die Seilschaften -Ausnahme noch die Grünen – teilen sich ungeniert die wichtigen Posten auf – und am Ende gibt noch die Kronenzeitung ihren Segen dazu. Fertig.

Jetzt haben die Jounalisten des ORF (der übrigens zumindest zeitweise, vornehmlich donnerstags, ein wirklich anspruchsvolles und kritisches Programm an den Start bringt) die Schnauze gestrichen voll und gehen in einer bemerkenswerten Aktion an die Öffentlichkeit – gegen die eigene Geschäftsführung und das von Parteienfilz durchsetzte Aufsichtsgremium.

Hut ab, liebe Kollegen in der Alpenrepublik ! Ich drücke fest die Daumen, dass ihr Euch durchsetzen werdet. Nichts fürchten die Intriganten aus den Parteizentralen mehr, als eine wirkliche öffentliche Debatte.

Best and the best

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Knallharter Konkurrenzkampf

Wer mich kennt, weiss, dass ich bei Nachtisch selten bis nie Nein sagen kann. Lieber ein kleinerer Hauptgang, dass am Ende noch genügend Platz und Appetit für Panna Cotta, Ofenschlupfer, Strudel, Creme, Pudding oder Grütze bleibt. Mein jüngster Sohn teilt diese Leidenschaft ausnahmsweise vorbehaltlos mit dem Papa. In Thailand sind wir jetzt auf eine gnadenlos süchtigmachende Variante von Pfannkuchen gestoßen. Weiterlesen »

Zweierlei Welten

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„Koh Tao ist wie Samui vor 15 Jahren“ liest man in vielen Reiseführen und Rucksack-Blogs. Wenn das so ist, muß Samui früher eine wirklich lässige Insel gewesen sein. Und wenn diese Behauptung stimmt, dann steht Koh Tao gerade auf der Kippe, wohin es sich entwickeln wird. Das Pendel schlägt eher in Richtung Kommerz und szenigen Massentourismus.

Neben wir als Beispiel die Kneipenszene. Die Inselhauptstadt Mae Haad trennt die weitgeschwungene Bucht in den kleinen Hafenstrand Richtung Jansom Bay und den langgezogenen Sairee Beach. Sairee ist Partybeach. Vorbei an der Polizeiwache geht es in sanften Schwung am flachen Strand durch Restaurants, Bungalowsiedlungen und vor allem Bars und Clubs. Fizz, Lotus Bar, AC und so weiter. Eine Partylocation neben der anderen. Man sitzt gechillt auf Polstern oder Teppichen am Strand, die Petroleumfeuer und -fackeln dieseln, man hört House, Trance und Goa, Feuerkünstler lassen jeden Abend stundenlang ihre Kettenfackeln um den Körper rotieren, man bestellt internationale Cocktails oder Red Bull Wodka zu durchaus europäischen Preisen, quatscht und flirtet bis morgens um vier. Das Wummern der Bässe ist bei entsprechendem Wind an der anderen Seite der Bucht zu hören. Das Publikum: sehr international, viele Briten, Australier und Franzosen, meist junges Rucksackgemüse auf der Suche nach Fun. Eigentlich fehlt nur noch der Ableger einer internationalen Burger-Kette. Weiterlesen »